DAC8 (EU-Meldepflicht für Kryptowerte)
EU-Richtlinie, nach der Krypto-Anbieter seit 01.01.2026 Kundendaten und Transaktionen an die Steuerbehörden melden. In Deutschland setzt das KStTG sie um; die erste Meldung für 2026 ist bis 31.07.2027 fällig.
AuchDAC8-RichtlinieRichtlinie (EU) 2023/2226KStTGKryptowerte-Steuertransparenz-GesetzKrypto-Meldepflicht
DAC8 ist die achte Änderung der EU-Amtshilferichtlinie (Richtlinie (EU) 2023/2226 vom 17.10.2023). Sie gilt seit 01.01.2026 und verpflichtet Krypto-Anbieter, Kundendaten und Transaktionen an die Steuerbehörden zu melden, die sie EU-weit austauschen.[1]
Umsetzung in Deutschland
Das Kryptowerte-Steuertransparenz-Gesetz (KStTG) gilt seit 24.12.2025. Krypto-DienstleisterGlossarCASP (Krypto-Dienstleister)Unternehmen, das beruflich Dienstleistungen mit Kryptowerten für Kunden erbringt – etwa Handel, Tausch, Verwahrung oder Überweisungen. In der EU braucht jeder CASP eine Zulassung nach MiCA.Im Lernpfad: Etappe 4 · Schritt 2 – Anbieter wählen →Im Glossar → wie Börsen, Broker und Bitcoin-Apps melden jedes Jahr bis 31.07. für das Vorjahr an das Bundeszentralamt für Steuern, erstmals bis 31.07.2027. Gemeldet werden unter anderem:
- Name, Anschrift, Geburtsdatum und Steuer-Identifikationsnummer,
- je Kryptowert die zusammengefassten Käufe und Verkäufe,
- Übertragungen, auch Auszahlungen an Adressen ohne zugeordneten Anbieter – etwa deine eigene Wallet.[2]
Dafür verlangt dein Anbieter eine Selbstauskunft mit Steuer-ID (§ 6 KStTG). Neukunden geben sie vor der ersten meldepflichtigen Transaktion ab, Bestandskunden bis 01.01.2027. Fehlt sie trotz Mahnung, muss der Anbieter solche Transaktionen sperren (§§ 7, 8 KStTG).[2]
Was das für dich bedeutet
- Die Steuerregeln bleiben gleich. Ob ein Gewinn steuerpflichtig ist, richtet sich weiter nach HaltefristGlossarHaltefrist (Spekulationsfrist)In Deutschland ist der Gewinn aus dem Verkauf privat gehaltener Bitcoin steuerfrei, wenn zwischen Kauf und Verkauf mehr als ein Jahr liegt (§ 23 EStG, Stand: September 2026). Jeder Kauf hat dabei seine eigene Frist.Im Lernpfad: Etappe 6 · Schritt 3 – Bitcoin & Steuern →Im Glossar → und FreigrenzeGlossarFreigrenze (1.000 €)Gewinne aus privaten Veräußerungsgeschäften bleiben steuerfrei, wenn sie im Kalenderjahr zusammen unter 1.000 € liegen. Ab 1.000 € ist der ganze Gewinn steuerpflichtig.Im Lernpfad: Etappe 6 · Schritt 3 – Bitcoin & Steuern →Im Glossar → beim privaten VeräußerungsgeschäftGlossarPrivates VeräußerungsgeschäftSteuerbegriff aus § 23 EStG: Verkaufst oder tauschst du privat gehaltene Bitcoin innerhalb eines Jahres nach dem Kauf, ist der Gewinn steuerpflichtig – es sei denn, alle solchen Gewinne des Jahres bleiben zusammen unter der Freigrenze von 1.000 €.Im Lernpfad: Etappe 6 · Schritt 3 – Bitcoin & Steuern →Im Glossar →.
- Selbstverwahrung bleibt erlaubt. Steuerlich ist die entgeltliche Übertragung an Dritte eine Veräußerung, die Auszahlung auf deine eigene Wallet nicht.[3] Gemeldet wird sie trotzdem.
- Eigene Aufzeichnungen bleiben nötig, denn der Anbieter meldet nur, was bei ihm passiert ist. Mehr in DAC8 & Meldepflichten.
Stand: September 2026. Keine Steuerberatung.
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- Dieser BegriffDAC8(EU-Meldepflicht für Kryptowerte)
- Privates VeräußerungsgeschäftSteuerbegriff aus § 23 EStG: Verkaufst oder tauschst du privat gehaltene Bitcoin innerhalb eines Jahres nach dem Kauf, ist der Gewinn steuerpflichtig – es sei denn, alle solchen Gewinne des Jahres bleiben zusammen unter der Freigrenze von 1.000 €.
- Haltefrist (Spekulationsfrist)In Deutschland ist der Gewinn aus dem Verkauf privat gehaltener Bitcoin steuerfrei, wenn zwischen Kauf und Verkauf mehr als ein Jahr liegt (§ 23 EStG, Stand: September 2026). Jeder Kauf hat dabei seine eigene Frist.
- CASP (Krypto-Dienstleister)Unternehmen, das beruflich Dienstleistungen mit Kryptowerten für Kunden erbringt – etwa Handel, Tausch, Verwahrung oder Überweisungen. In der EU braucht jeder CASP eine Zulassung nach MiCA.
- Selbstverwahrung (Self-Custody)Du hältst die privaten Schlüssel zu deinen Bitcoin selbst – in einer eigenen Wallet statt beim Anbieter. Niemand kann deine Bitcoin einfrieren. Aber niemand hilft dir, wenn du Seed-Phrase und Schlüssel verlierst.
- KYC (Know Your Customer)Pflicht regulierter Anbieter, dich vor Beginn der Geschäftsbeziehung zu identifizieren und etwa nach dem Zweck und, wenn nötig, der Herkunft deines Geldes zu fragen. Grundlage in Deutschland ist das Geldwäschegesetz.
Ausführlich erklärt
In diesen Artikeln gehen wir in die Tiefe:
- NachschlagenDAC8 & MeldepflichtenSeit 2026 erfassen Krypto-Anbieter Steuer-ID und Transaktionen und melden sie ans BZSt. Was gemeldet wird, ab wann und was das für dich bedeutet.
- Etappe 6 · Schritt 3Bitcoin & SteuernWann Bitcoin-Gewinne in Deutschland steuerfrei sind: Haltefrist, 1.000-€-Freigrenze, FIFO je Wallet, Tausch, Zahlungen und Verluste – mit Rechenbeispielen.
- Vertiefung · Etappe 6Dokumentation & Steuer-ToolsWelche Nachweise das Finanzamt bei Bitcoin verlangen kann, wie du sie mit wenig Aufwand sammelst und was Steuer-Tools wie Blockpit und CoinTracking leisten.
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Quellen3 Quellen · 3 Herausgeber
Die Hochzahlen im Text verweisen auf diese Quellen.
- DAC8 – Directive (EU) 2023/2226 on administrative cooperation in the field of taxation – Europäische Kommission (Generaldirektion Steuern und Zollunion) (abgerufen am 28.09.2026)
- Kryptowerte-Steuertransparenz-Gesetz (KStTG) vom 22.12.2025 – Bundesministerium der Justiz (gesetze-im-internet.de), 22.12.2025 (abgerufen am 28.09.2026)
- Einzelfragen zur ertragsteuerrechtlichen Behandlung bestimmter Kryptowerte (BMF-Schreiben) – Bundesministerium der Finanzen, 06.03.2025 (abgerufen am 28.09.2026)
Dieser Eintrag dient der Bildung und ist keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung.