Mining & Proof of Work
Wie Bitcoin-Mining funktioniert: Hash-Rätsel, Schwierigkeitsanpassung, Belohnung, Pools und Energie – und warum sich Mining zu Hause in Deutschland nicht lohnt.
Kurz gesagt~35 Sek.
- 01Miner probieren massenhaft Zahlen aus, bis der Hash des Blockkopfs unter einem Zielwert liegt. Die Lösung zu finden ist teuer, sie zu prüfen kostet fast nichts.
- 02Alle 2.016 Blöcke passt jede Node die Schwierigkeit an, damit im Schnitt alle zehn Minuten ein Block entsteht – egal, wie viel Rechenleistung mitmacht.
- 03Der Miner eines Blocks erhält neue Bitcoin plus die Gebühren. Die neue Menge halbiert sich alle 210.000 Blöcke, etwa alle vier Jahre.
- 04Die meisten Miner arbeiten in Pools; die drei größten fanden im Monat bis zum 28.09.2026 rund 60 % der Blöcke.
- 05Bei deutschen Haushaltsstrompreisen kostet Mining mehr Strom, als es einbringt.
Vorher gutWie funktioniert Bitcoin?
Beim Mining lösen spezialisierte Computer ein Rechenrätsel um die Wette. Wer gewinnt, schreibt den nächsten Block. Das legt die Reihenfolge der Transaktionen fest, bringt neue Bitcoin in Umlauf und macht es extrem teuer, die Vergangenheit umzuschreiben.
Wozu Bitcoin Mining braucht
Ohne Zentrale braucht das Netz eine Regel, wer den nächsten Block schreibt. Eine Abstimmung pro Teilnehmer ließe sich mit Scheinidentitäten fälschen. Das Whitepaper zählt deshalb Rechenleistung: eine Stimme pro Prozessor, nicht pro IP-Adresse.[1]
Dieses Verfahren heißt Proof of WorkGlossarProof of Work (Arbeitsnachweis)Verfahren, mit dem Miner belegen, dass sie für einen neuen Block echte Rechenarbeit geleistet haben. So einigt sich das Netzwerk ohne Zentrale auf die gültige Kette, und alte Blöcke umzuschreiben wird extrem teuer.Im Lernpfad: Etappe 1 · Schritt 3 – Wie funktioniert Bitcoin? →Im Glossar → (Arbeitsnachweis). Wer einen Block vorschlägt, weist nach, dass er echte Rechenarbeit – also Strom und Geld – eingesetzt hat. Wer einen alten Block ändern will, müsste die Arbeit für diesen und alle folgenden Blöcke neu leisten und dabei das übrige Netz überholen.[1]
Das Rechenrätsel: Hash, Nonce und Zielwert
Kern ist eine HashGlossarHash (Hashwert)Ein digitaler Fingerabdruck fester Länge, den eine Hash-Funktion aus beliebigen Daten berechnet. Schon kleinste Änderungen ergeben einen völlig anderen Wert, und aus dem Hash lassen sich die Daten nicht zurückrechnen.Im Lernpfad: Etappe 1 · Schritt 3 – Wie funktioniert Bitcoin? →Im Glossar →-Funktion: Sie macht aus beliebigen Daten einen Fingerabdruck fester Länge. Ändert sich ein einziges Zeichen, entsteht ein völlig anderer. Bitcoin hasht den Blockkopf zweimal hintereinander mit SHA-256GlossarSHA-256Standardisierte kryptografische Hash-Funktion, die aus beliebigen Daten einen 256 Bit langen Fingerabdruck berechnet. Bitcoin nutzt sie für Mining und Kennungen – den Blockkopf hasht es sogar zweimal hintereinander.Im Lernpfad: Etappe 1 · Schritt 3 – Wie funktioniert Bitcoin? →Im Glossar →.[2]
Die Aufgabe: Finde einen Blockkopf, dessen Hash kleiner oder gleich einem Zielwert ist – vereinfacht: der mit genügend Nullen beginnt.[4] Dazu ändern Miner eine Zahl im Blockkopf, die NonceGlossarNonceEine 4 Byte große Zahl im Blockkopf, die Miner beim Proof of Work immer wieder verändern, bis der Hash des Blockkopfs höchstens so groß ist wie der Zielwert. Jeder neue Wert ist ein neuer Versuch.Im Lernpfad: Etappe 1 · Schritt 3 – Wie funktioniert Bitcoin? →Im Glossar →, und hashen erneut. Sind alle Nonce-Werte durchprobiert, ändern sie den Zeitstempel oder die erste Transaktion des Blocks und beginnen von vorn.[2]
Die Lösung zu finden kostet enorm viel Rechenarbeit, sie zu prüfen eine einzige Hash-Berechnung. So kann jede Node sofort kontrollieren, ob ein Block die Anforderung erfüllt.
Jede zusätzliche führende Null (in Hexadezimal-Schreibweise) bedeutet im Schnitt 16-mal mehr Versuche. Probier es im Hash-Labor aus: Dein Browser rechnet echtes SHA-256. Stell die Schwierigkeit von 3 auf 5 Nullen und vergleiche die Zahl der Versuche.
SHA-256
…
- Nonce
- 0
- Versuche
- 0
- Hashes/s
- –
Ändere ein Zeichen – der Hash sieht völlig anders aus. Beim Minen hängt dein Browser eine Zahl (Nonce) an und zählt hoch, bis der Hash mit genug Nullen beginnt. Jede Null mehr heißt im Schnitt 16-mal mehr Versuche. Vereinfacht: Bitcoin hasht den Blockkopf zweimal mit SHA-256 und verlangt einen Wert unter einem Zielwert.
Die Schwierigkeitsanpassung: alle 2.016 Blöcke
Bitcoin zielt auf einen Block alle zehn Minuten. Alle 2.016 Blöcke – bei diesem Takt genau zwei Wochen – vergleicht jede Node, wie lange diese Blöcke tatsächlich gebraucht haben, und berechnet einen neuen Zielwert:[3],[4]
- Kamen die Blöcke im Schnitt schneller als im Zehn-Minuten-Takt, wird das Rätsel schwerer.
- Kamen sie langsamer, wird es leichter.
- Pro Anpassung ändert sich die Schwierigkeit höchstens um den Faktor vier.[4]
Diese SchwierigkeitsanpassungGlossarSchwierigkeitsanpassung (Difficulty Adjustment)Alle 2.016 Blöcke passt jede Node den Zielwert für das Mining neu an, sodass im Schnitt etwa alle zehn Minuten ein Block entsteht – egal, wie viel Rechenleistung gerade im Netzwerk arbeitet.Im Lernpfad: Etappe 2 · Schritt 2 – Halving & 21 Millionen →Im Glossar → hält den Ausgabeplan stabil, egal ob plötzlich doppelt oder halb so viele Geräte rechnen.
So steht das Netz gerade:
- Geschätzte Rechenleistung (HashrateGlossarHashrate (Rechenleistung)Wie viele Hash-Versuche pro Sekunde ein Mining-Gerät oder das ganze Netzwerk rechnet. Die Netz-Hashrate zeigt, wie viel Rechenarbeit Bitcoin absichert.Im Glossar →): 963 EH/s. 1 EH/s (Exahash pro Sekunde) entspricht einer Trillion (10¹⁸) Versuchen pro Sekunde.
- Schwierigkeit (Difficulty): 132,7 T (T = Billionen) – so viel Mal schwerer als beim Start 2009
- Nächste Anpassung: in 1.682 Blöcken, geschätzt +2,1 %
Die Belohnung: neue Bitcoin plus Gebühren
Wer einen gültigen Block findet, zahlt sich in dessen erster Transaktion die BlockbelohnungGlossarBlockbelohnung (Block Reward)Was ein Miner für einen gültigen Block erhält: neu geschaffene Bitcoin (Subvention) plus die Gebühren aller Transaktionen im Block. Die Subvention halbiert sich alle 210.000 Blöcke; am 20.04.2024 sank sie auf 3,125 BTC.Im Lernpfad: Etappe 2 · Schritt 2 – Halving & 21 Millionen →Im Glossar → aus.[1] Sie besteht aus zwei Teilen:
- Neu geschaffene Bitcoin (Subvention): anfangs 50 BTC pro Block, halbiert alle 210.000 Blöcke, derzeit 3,125 BTC.[5] Nur so entstehen neue Bitcoin.
- Transaktionsgebühren: die Summe der Gebühren aller Transaktionen im Block. Wie sie entstehen, erklärt Transaktionen & Gebühren.
In den 144 Blöcken bis zum 28.09.2026 – etwa einem Tag – erhielten Miner zusammen 452,63 BTC, davon nur 2,63 BTC Gebühren, rund 0,6 %.[7] Weil sich die Subvention etwa alle vier Jahre halbiert, müssen langfristig die Gebühren die Absicherung tragen; ob sie reichen, ist offen. Den Ausgabeplan erklärt Halving & die 21 Millionen.
Mehr auszahlen als erlaubt geht nicht: Die Nodes lehnen einen solchen Block ab, die Rechenarbeit war umsonst. Miner bestimmen die Reihenfolge der Transaktionen, nicht die Regeln.
Mining-Pools: gemeinsam würfeln
Allein ist Mining ein Lotteriespiel. Ein Profi-Gerät mit 200 TH/s würde bei der Difficulty vom 28.09.2026 im Schnitt rund 90 Jahre auf einen eigenen Block warten, ein kleines Hobby-Gerät mit 1,2 TH/s rund 15.000 Jahre (eigene Berechnung).[6]
Deshalb schließen sich die meisten Miner einem Mining-PoolGlossarMining-PoolZusammenschluss vieler Miner, die ihre Rechenleistung bündeln und die Blockbelohnung nach eingebrachter Arbeit teilen. So erhalten auch kleine Miner regelmäßig kleine Beträge statt sehr selten einen großen.Im Lernpfad: Etappe 2 · Schritt 3 – Kritik & Risiken →Im Glossar → an. Der Pool verteilt die Arbeit und zahlt nach eingebrachter Rechenleistung aus, abzüglich einer Gebühr. So fließen regelmäßig kleine Beträge statt selten ein großer.
Im Monat bis zum 28.09.2026 fanden Foundry USA (25,3 %), AntPool (19,2 %) und F2Pool (15,0 %) zusammen rund 60 % aller Blöcke.[8] Die Geräte gehören meist den angeschlossenen Minern, und die können den Pool wechseln. Welche Transaktionen in den Block kommen, bestimmt aber in der Regel der Pool-Betreiber. Warum das für die Dezentralität zählt, erklärt Nodes & Dezentralität.
Energie – kurz eingeordnet
Proof of Work verbraucht absichtlich Strom: Die Kosten machen Angriffe teuer. Der Cambridge-Index CBECI schätzte den Verbrauch am 28.09.2026 auf rund 153 TWh pro Jahr, mit einer großen Spanne von 79 bis 295 TWh.[9] Methoden, Strommix und Kritik behandelt Energieverbrauch & Umwelt.
Realitätscheck: Lohnt sich Mining zu Hause?
In Deutschland praktisch nie – wegen des Strompreises. Haushalte zahlten 2026 laut BDEW bisher im Schnitt 37,0 Cent pro kWh (Stand: 21.08.2026).[11]
Ein Rechenbeispiel mit einem angenommenen Profi-Gerät: 200 TH/s, 3.500 Watt, also 84 kWh pro Tag. Mit Difficulty und durchschnittlicher Blockbelohnung vom 28.09.2026 bringt es im Schnitt rund 9.500 sats pro Tag.[6],[7] Bei einem Beispielkurs von 80.000 $ (aktuell: 86.329 $) sind das rund 7,60 $. Den Euro-Strompreis haben wir zum EZB-Referenzkurs vom 28.09.2026 in Dollar umgerechnet (1 € = 1,1378 $), damit alles in einer Währung steht.[12]
| Strompreis pro kWh | Stromkosten pro Tag | Ergebnis pro Monat |
|---|---|---|
| 42 US-Cent (37 Euro-Cent, deutscher Haushalt) | ≈ 35,40 $ | ≈ −830 $ |
| 10 US-Cent | ≈ 8,40 $ | ≈ −23 $ |
| 5 US-Cent (Annahme des Cambridge-Index für Miner weltweit)[10] | ≈ 4,20 $ | ≈ +100 $ |
Eigene Berechnung für 30 Tage. Nicht enthalten: Anschaffung und Wertverlust des Geräts, Pool-Gebühren, Kühlung. Ein höherer Kurs erhöht den Ertrag; eine höhere Difficulty und das nächste Halving senken ihn. Der Beispielkurs ist keine Prognose.
Die Gewinnschwelle liegt in diesem Beispiel bei rund 9 US-Cent pro kWh – etwa einem Fünftel des deutschen Haushaltspreises, und das noch vor den Anschaffungskosten. Gründe, trotzdem zu Hause zu minen, sind andere: die Technik verstehen, die Abwärme zum Heizen nutzen oder das Netz unterstützen.
Mining-Erträge sind grundsätzlich steuerpflichtig. Das Bundesfinanzministerium wertet Mining als Gewerbe, wenn es auf Wiederholung angelegt ist und auf Dauer Gewinn bringen kann, sonst in der Regel als sonstige Einkünfte. Diese bleiben nur steuerfrei, wenn sie nach Abzug der Kosten, etwa für Strom, zusammen mit anderen Einkünften aus Leistungen unter 256 € im Jahr liegen (Stand: September 2026).[13] Das ist keine Steuerberatung – kläre die Details vorher mit einer Steuerberaterin oder einem Steuerberater. Mehr in Bitcoin & Steuern in Deutschland.
Kurz-Check
Was passiert, wenn sich die Zahl der Mining-Geräte weltweit plötzlich verdoppelt?
Mehr Rechenleistung findet Blöcke zunächst schneller. Die nächste Schwierigkeitsanpassung macht das Rätsel schwerer, danach pendelt sich der Takt wieder bei etwa zehn Minuten ein. Der Ausgabeplan bleibt unverändert.
Wie geht es weiter?
Häufige Fragen
Kann ich mit meinem Laptop oder meiner Grafikkarte Bitcoin minen?
Technisch ja, praktisch nein. Gegen spezialisierte Mining-Geräte haben normale Computer keine Chance; der Strom kostet ein Vielfaches des Ertrags. Vorsicht bei Apps oder Webseiten, die „Mining am Handy“ versprechen.
Was passiert, wenn alle Bitcoin geschürft sind?
Dann erhalten Miner nur noch die Transaktionsgebühren. Bis dahin dauert es: Neue Bitcoin entstehen noch bis etwa zum Jahr 2140.
Ist Mining in Deutschland erlaubt?
Ja. Die Erträge sind aber grundsätzlich steuerpflichtig, je nach Einzelfall als Gewerbe oder als sonstige Einkünfte. Kläre die Details vorher mit einer Steuerberaterin oder einem Steuerberater.
Was ist Cloud-Mining?
Du mietest Rechenleistung bei einem Anbieter und bekommst dafür einen Anteil der Erträge. Ob dort wirklich gemint wird, kannst du meist nicht prüfen. Viele Angebote sind unwirtschaftlich oder Betrug; feste Renditeversprechen sind ein Warnsignal.
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Quellen13 Quellen · 8 Herausgeber
Die Hochzahlen im Text verweisen auf diese Quellen.
- Bitcoin: A Peer-to-Peer Electronic Cash System – Satoshi Nakamoto, 31.10.2008 (abgerufen am 28.09.2026)
- Developer Reference: Block Chain (Block Headers) – bitcoin.org Developer Documentation (abgerufen am 28.09.2026)
- Bitcoin Core Quellcode: src/kernel/chainparams.cpp (Zielabstand, Anpassungszeitraum) – Bitcoin Core (abgerufen am 28.09.2026)
- Bitcoin Core Quellcode: src/pow.cpp (Schwierigkeitsanpassung, Prüfung des Zielwerts) – Bitcoin Core (abgerufen am 28.09.2026)
- Bitcoin Core Quellcode: src/validation.cpp (GetBlockSubsidy) – Bitcoin Core (abgerufen am 28.09.2026)
- mempool.space API: Hashrate und Difficulty (1 Monat) – mempool.space, 28.09.2026 (abgerufen am 28.09.2026)
- mempool.space API: Belohnungen der letzten 144 Blöcke – mempool.space, 28.09.2026 (abgerufen am 28.09.2026)
- mempool.space API: Mining-Pools, letzter Monat – mempool.space, 28.09.2026 (abgerufen am 28.09.2026)
- Cambridge Bitcoin Electricity Consumption Index (CBECI) – Cambridge Centre for Alternative Finance, 28.09.2026 (abgerufen am 28.09.2026)
- CBECI: Methodology (Annahme 0,05 $/kWh) – Cambridge Centre for Alternative Finance (abgerufen am 28.09.2026)
- BDEW-Strompreisanalyse Herbst 2026 – Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW), 21.08.2026 (abgerufen am 28.09.2026)
- Euro-Referenzkurs der EZB: US-Dollar – Europäische Zentralbank, 28.09.2026 (abgerufen am 28.09.2026)
- BMF-Schreiben: Einzelfragen zur ertragsteuerrechtlichen Behandlung bestimmter Kryptowerte (Rn. 34–47) – Bundesministerium der Finanzen, 06.03.2025 (abgerufen am 28.09.2026)
Dieser Artikel dient der Bildung und ist keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung.