BIP 39 (Standard für Seed-Wörter)
Der verbreitete Standard, der Zufallsdaten in 12 bis 24 Wörter aus einer festen Liste mit 2.048 Wörtern übersetzt. Aus diesen Wörtern berechnet deine Wallet alle Schlüssel – BIP 39 steckt hinter den meisten Seed-Phrasen.
AuchBIP39BIP-39Mnemonic CodeBIP-39-WortlisteWortliste
BIP 39 ist ein Verbesserungsvorschlag (BIPGlossarBIP (Bitcoin Improvement Proposal)Ein öffentlich dokumentierter Vorschlag für Bitcoin – etwa für neue Regeln, Standards oder Abläufe. Ein BIP ist keine Entscheidung: Ob er genutzt wird, entscheiden Nutzer, Wallets und Node-Betreiber selbst.Im Glossar →) von 2013. Er legt fest, wie eine Wallet eine Zufallszahl in gewöhnliche Wörter übersetzt – deine Seed-PhraseGlossarSeed-Phrase (Recovery Phrase)Eine Folge aus meist 12 oder 24 Wörtern, aus der deine Wallet alle privaten Schlüssel ableitet. Wer die Wörter kennt, hat vollen Zugriff auf deine Bitcoin – deshalb gehören sie offline gesichert und niemals in fremde Hände.Im Lernpfad: Etappe 5 · Schritt 3 – Seed-Phrase sichern →Im Glossar →. Wörter lassen sich leichter fehlerfrei abschreiben als Zahlen. Weil sehr viele Wallets den Standard nutzen, kannst du deine Wörter meist auch in einer anderen Wallet wiederherstellen.
So funktioniert es
- 128 Bit Zufall ergeben 12 Wörter, 256 Bit ergeben 24.
- Eine kurze Prüfsumme im letzten Wort erkennt die meisten Abschreibfehler, aber nicht alle, und korrigiert keine.
- Die Liste hat 2.048 Wörter. Schon die ersten vier Buchstaben bestimmen jedes Wort eindeutig.[1]
Was das für dich bedeutet
- Englische Wörter sind normal. BIP 39 rät dringend von anderen Sprachen ab, weil die meisten Wallets nur die englische Liste kennen.
- Nie selbst Wörter ausdenken. Der Standard rät davon ab – ausgedachte Wörter sind viel leichter zu erraten als echter Zufall.[1]
- Nicht jede Wallet nutzt BIP 39. Electrum etwa erzeugt eigene Seed-Phrasen.[2] Notiere deshalb, mit welcher Wallet du dein Backup erstellt hast.
Tiefer eintauchenVom Wort zum Schlüssel
Die Wörter sind noch nicht der Schlüssel. Die Wallet rechnet sie – mit einer optionalen PassphraseGlossarPassphrase („25. Wort“)Ein frei gewähltes Zusatzwort zur Seed-Phrase. Aus denselben Wörtern entsteht damit eine völlig andere Wallet. Das schützt, falls jemand deine Wörter findet – vergisst du die Passphrase, ist der Zugriff aber für immer verloren.Im Lernpfad: Etappe 5 · Schritt 3 – Seed-Phrase sichern →Im Glossar → – per PBKDF2 zu einem 512 Bit langen Seed. Daraus entstehen nach BIP 32 alle privaten Schlüssel, jeweils entlang eines AbleitungspfadsGlossarAbleitungspfad (Derivation Path)Die Wegbeschreibung, nach der eine Wallet aus deiner Seed-Phrase die einzelnen Schlüssel berechnet, etwa m/84'/0'/0'. Nutzt eine andere Wallet beim Wiederherstellen einen anderen Pfad, wirkt sie leer – obwohl nichts verloren ist.Im Glossar →. Jede Passphrase ergibt eine gültige, aber andere Wallet.[1]
Verwandte Begriffe
Diese Begriffe hängen direkt damit zusammen.
- Dieser BegriffBIP 39(Standard für Seed-Wörter)
- Seed-Phrase (Recovery Phrase)Eine Folge aus meist 12 oder 24 Wörtern, aus der deine Wallet alle privaten Schlüssel ableitet. Wer die Wörter kennt, hat vollen Zugriff auf deine Bitcoin – deshalb gehören sie offline gesichert und niemals in fremde Hände.
- Passphrase („25. Wort“)Ein frei gewähltes Zusatzwort zur Seed-Phrase. Aus denselben Wörtern entsteht damit eine völlig andere Wallet. Das schützt, falls jemand deine Wörter findet – vergisst du die Passphrase, ist der Zugriff aber für immer verloren.
- Ableitungspfad (Derivation Path)Die Wegbeschreibung, nach der eine Wallet aus deiner Seed-Phrase die einzelnen Schlüssel berechnet, etwa m/84'/0'/0'. Nutzt eine andere Wallet beim Wiederherstellen einen anderen Pfad, wirkt sie leer – obwohl nichts verloren ist.
- BIP (Bitcoin Improvement Proposal)Ein öffentlich dokumentierter Vorschlag für Bitcoin – etwa für neue Regeln, Standards oder Abläufe. Ein BIP ist keine Entscheidung: Ob er genutzt wird, entscheiden Nutzer, Wallets und Node-Betreiber selbst.
- Privater Schlüssel (Private Key)Eine geheime, zufällig erzeugte Zahl, mit der du Transaktionen signierst und so über deine Bitcoin verfügst. Wer den privaten Schlüssel kennt, kann die zugehörigen Bitcoin ausgeben – er gehört niemals in fremde Hände.
Ausführlich erklärt
In diesen Artikeln gehen wir in die Tiefe:
- Vertiefung · Etappe 5Schlüssel & AdressenPrivate Key, Public Key, Adresse und Seed-Phrase: wie sie zusammenhängen, warum der Weg nur in eine Richtung führt und was 1, 3, bc1q und bc1p bedeuten.
- Etappe 5 · Schritt 3Seed-Phrase sichernSo sicherst du deine Seed-Phrase dauerhaft: warum nie digital, wann Papier reicht, was Metall-Backups im Stresstest leisten und wo du sie aufbewahrst.
- Vertiefung · Etappe 5Wiederherstellung testenSo prüfst du, ob dein Wallet-Backup im Ernstfall funktioniert, warum eine wiederhergestellte Wallet leer wirken kann und was du bei Verlust tun kannst.
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Quellen2 Quellen · 2 Herausgeber
Die Hochzahlen im Text verweisen auf diese Quellen.
- BIP 39: Mnemonic code for generating deterministic keys – Bitcoin Improvement Proposals (Palatinus, Rusnak, Voisine, Bowe), 10.09.2013 (abgerufen am 28.09.2026)
- Electrum Seed Version System – Electrum-Dokumentation (abgerufen am 28.09.2026)
Dieser Eintrag dient der Bildung und ist keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung.